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„Servus Deutschland – Bienvenidos a Peru“

22. November 2018

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„Servus Deutschland – Bienvenidos a Peru“. Morgen in der Früh landen wir in Lima, der Hauptstadt Perus! Es ist Sonntag, rund um die Plaza de Armas ist es voll. Zu lauter Musik tanzen verschiedene Gruppen in ihren eigenen Landestrachten. Es ist bunt. Wir können uns nicht entscheiden, welche Tracht uns am besten gefällt und der einheitliche Rhythmus setzt sich schnell als Ohrwurm in unseren Köpfen fest. Das ist also Südamerika, wir sind angekommen!

Früh morgens starten wir nach Paracas – dem Jetlag sei dank, wir sind fit für den spannenden Tag. Heute soll es warm werden, doch auf dem Boot zu den Isla Ballestas weht uns ein frischer Wind entgegen. Wir staunen nicht schlecht, als wir die riesigen Vogelkolonien auf der ersten Insel sehen. Riechen kann man es übrigens auch. Miguel sagt uns wir sollen genau in die Mitte des Hügels schauen. Pinguine! Zwischendrin klettern drei Miniaturpinguine den Hügel rauf. Süß wie sie watscheln. Wir drehen ab, denn hinter der Insel wartet das nächste Highlight auf uns: Seelöwen! Mitten auf den Felsen chillen sie zusammengekuschelt in der Sonne. Erstaunlich wie sie es schaffen vom Wasser aus bis da hoch zu robben. Beim Mittagessen schwärmen wir noch von den Eindrücken, ehe es weiter geht in die Wüste Richtung Ica in die Oase Huacachina. Optional wird Sandborden angeboten, klar sind wir dabei. Mit dem Buggy geht es in Atem raubender Geschwindigkeit durch die Dünen, ein Heiden Spaß für alle Adrenalinjunkies! Gepusht von diesem Schub, stürzen wir uns auf den Sandbords die Dünen hinunter. Mega! Mit einem romantischen Sonnenuntergag in der Wüste, verabschiedet sich der ereignisreiche Tag. Wir sind gespannt auf morgen!

Wir machen uns auf den langen Weg durch die etwas kargere Landschaft nach Puerto Inca. Auf dem Weg bietet sich uns ein Fantastischer Blick vom Aussichtsturm über die Linen von Nazca, mysteriöse Scharrbilder. Hierfür gehen manche Mitreisende an ihre Grenzen und überwinden ihre Höhenangst. Es hat sich gelohnt! Wir kommen in Puerto Inca an. Bis ich schaue werfen sich die ersten in ihren Bikini und stürzen sich bei bedecktem Wetter in den 16 Grad kalten Südpazifik. Brrr, nichts für mich. Am Abend sitzen wir gemütlich mit einer Flasche Wein beim Lagerfeuer am Strand zusammen, wo wir gespannt den Geschichten unserer Mitreisenden lauschen – ein einmaliges Erlebnis!

Heute nehmen wir Abschied vom Pazifik. Auf der Panamericana, direkt am Wasser entlang, geht es gen Süden bis wir die Küste hinter uns lassen und sich die Straße Serpentinen ähnlich den Berg hinauf schraubt. Nichts für schwache Nerven! Die Häuser verdichten sich und wir merken, wir sind bald in Arequipa. Während einer Stadtführung bekommen wir einen Überblick und merken uns die besten Läden. Endlich Freizeit! Wir erkunden auf eigene Faust weiter die Stadt und fallen in einen kleinen Shoppingrausch. Alpakapullis, Socken, Taschen, Rücksäcke und bunte Lamas. Wer kann da schon widerstehen? Heut Abend probieren wir Perus Delikatesse – Cuy. Nicht jedermanns Sache, aber wo kriegt man schon mal Meerschwein?

Ab in die Anden! Ein bisschen Bammel haben wir, denn heut geht es über den Patapama Pass mit 4870 m. Aber wir sind vorbereitet und haben uns mit Kokablätter, Kokatee und Kokabonbons eingedeckt. Wir sind gespannt ob das hilft. Der Bus hält, wir bleiben stehen. Am Straßenrand stehen Lamas, Alpakas und Vicunas. Im Hintergrund thront der Vulkan Misti unter strahlend blauem Himmel. Wir sind sprachlos! Zum einem geflasht von der einzigartigen Kulisse, zum anderen merken wir, dass die Luft auf dieser Höhe ganz schön dünn ist. Jeder Schritt ist anstrengend und wir kommen schnell aus der Puste. So extrem hätten wir es uns nicht vorgestellt, aber wir werden uns dran gewöhnen meint Miguel. Heute Nacht wartet ein Highlight auf uns: wir haben eine Heizdecke im Bett. Der Traum für jede Frau bei den kalten Temperaturen in der Nacht!

Früh morgens verlassen wir dick eingepackt unsere Unterkunft und machen uns auf den Weg tief in die Schlucht des Colca Canyon. Kaum steigen wir aus dem Bus aus, sehen wir schon den ersten Schatten auf dem Boden – ein Kondor mit 3 m Flügelspannweite schwebt über unseren Köpfen hinweg. Uns verschlägt es schon wieder die Sprache. Die Aussicht in die tiefe der Schlucht, die Berge die auf der anderen Seite wieder hochragen und die majestätischen Tiere, die über uns kreisen in strahlendem Sonnenschein. Phänomenal! Beeindruckt von der überwältigenden Naturlandschaft und der Atmosphäre des Ortes, treten wir die lange Busfahrt nach Puno an. Wir schwärmen den ganzen Tag noch von diesem Morgen. Doch auch die Vorfreude steigt, denn es geht zum Titicacasee!

Nur mit Handgepäck steigen wir in unsere Rickscha die uns zum Hafen bringt. Unser Fahrer ringt nach Luft, sind wir zu schwer? Nein, auf 3850m ist es kein Wunder das er schwer atmen muss, auch bei kleiner Anstrengung. Gott sei Dank, denn bei so viel Kartoffeln und Reis wäre es kein Wunder wenn wir schon zugenommen hätten…

Langsam tuckern wir auf das Dorf der Urus zu. Wir staunen nicht schlecht, als wir die schwimmende Schilfinsel betreten und uns der Häuptling erklärt, wie die Insel gebaut wird. Die Häuser sind minimalistisch eingerichtet und gekocht werden darf nur auf Stein, da sonst die ganze Insel droht abzubrennen. Irre. Wie für Touristen üblich, holen wir uns noch den Titicacasee-Stempel in den Pass und weiter geht’s. zur Isla Taquile. Hier geht kein Mann ohne selbst gestrickter Mütze aus dem Haus. Der Farbcode verrät ob er single oder vergeben ist, nicht schlecht oder?
Wir schippern weiter zu unserem Ziel für heute Nacht: Isla Ticonata. Wir werden schon am Bootssteg von den Einwohnern der Insel per Handschlag begrüßt. Was hier auffällt: die Männer haben weiche, gepflegte Hände und die der Frauen sind ganz schön rau. Sofort merkt man, wer hier arbeitet. Wir übernachten in einfachen Zementhütten und jeder Frau der Insel wurde eine Hütte zugeteilt. Sie darf uns für heute Abend „stylen“. Grüner Rock, eine farbenfrohe Schärpe und ein Hut mit Bommeln – ziemlich Bunt aber schön warm! Am Lagerfeuer lauschen wir gespannt den Liedern der Gastgeber und tanzen sogar den letzten Tanz mit ihnen zusammen. Ein tolles Erlebnis! Die Nacht ist kurz, denn früh morgens helfen wir den Insulanern die Fischernetze einzuholen. Die große Beute bleibt zwar aus, aber die Stille auf dem See mit dem tollen Farbenspiel beim Sonnenaufgang – ein Traum! Jetzt heißt es schon wieder Abschied zu nehmen. Es geht zurück zum Festland. Unsere beiden Fahrer Alan und Elvis warten mit dem Bus auf uns. Sie bringen uns heute sicher über den La-Raya-Pass vorbei an Cuzco ins Tal des Urubamba, dem heiligen Tal der Inkas.

Wir haben uns entscheiden, den heutigen Ausflug nicht mitzumachen. Wir brauchen einen Tag Pause, um die vielen Eindrücke der ersten Woche zu verarbeiten. Vormittags schlendern wir durch das Dorf Ollantaytambo und probieren mittags zum ersten Mal Alpaka. Praktisch Null Fett, aber maximaler Geschmack. Lecker! Nachmittags entspannen wir uns im Liegestuhl im Garten, bis wir plötzlich neue Gäste bemerken. Lamas mitten im Garten. Direkt neben unserem Liegestuhl. Wir können es kaum glauben, dass wir mittags noch ihre Artgenossen auf dem Teller hatten. Sie lassen sich streicheln, machen Selfies mit uns und wollten fast unser Bier klauen – doch das wollten wir dann doch nicht mit ihnen teilen. Abends haben wir einen Megablick auf die Sterne. So klar, so hell, so ganz anders als bei uns. Traumhaft!

Sagenumwobene Ruinen. Heute geht’s nach Machu Picchu. Sieht es wirklich so aus wie auf den Fotos? Ist es überfüllt von Menschen? Fragen auf die wir bald eine Antwort bekommen. Mit der Schmalspurbahn geht es nach Aguas Calientes, bevor es mit Kleinbussen die Serpentinen hoch zur berühmten Inkastätte geht. Gut das wir ordentlich gefrühstückt haben! Menschen stehen schon für den Nachmittagseinlass Schlange und wir reihen uns dazu. Wir erhaschen den ersten Blick auf die Ruinen – WOW. Um den Massen zu entfliehen entscheiden wir uns für die einstündige Wanderung zum Sonnentor. Es hat sich gelohnt! Wir werden belohnt von einem beeindruckendem Blick: Berge, Serpentinen, Ruinen, Sonnenschein und wenig Menschen! Für solche Momente lohnt es sich zu reisen. Diese Eindrücke werde ich mein Leben lang definitiv nicht vergessen! Wieder bei den Ruinen angekommen starten wir unsere Führung durch die verlassene Inkastadt. Von nahem ist es immer noch so beeindruckend wie aus der Ferne! Was jetzt auffällt – Lamas und Alpakas schleichen zwischen den Ruinen. Ein herrliches Bild. Überwältigt von den Eindrücken des Tages fallen wir ins Bett. Morgen können wir ausschlafen!

Fit und ausgeruht wandern wir heute entlang der Eisenbahnschienen ins Mandor-Tal hinein. Auf dem Weg zum Wasserfall gehen wir durch die üppige Vegetation über einen Bachlauf direkt zu einer Bananenstaude. Die Gelegenheit müssen wir nutzen und probieren – schmecken viel süßer als bei uns! Wir sind erstaunt was uns hier schon alles geboten wurde. Von Küste bis Berge, von Wüste bis Dschungel, von Tälern und Vulkanen bietet Peru alles. Es ist eines der vielfältigsten Länder, die ich bis jetzt bereist habe! Auf der Zugfahrt bis Cusco zieht nochmals die facettenreiche Landschaft an uns vorbei. Langsam heißt es schon Abschied nehmen.

Am letzten Tag besuchen wir noch die Inkaruinen rund um Cusco bzw. das was die Spanier drauf gestellt haben bevor es dann ins Stadtzentrum geht. Direkt an der Plaza de Armas – wie jeder Hauptplatz eines Ortes benannt ist – besichtigen wir noch die Kathedrale und dann geht es zum für mich besten Markt auf der Reise. In einer rießen großen Markthalle reihen sich Stände an Stände. Von Alpakapullis, Decken, Socken über Schmuck, Ketten, Ohrringe und Gewürze, Kaffe und Schokolade bis Fleisch, Obst und Gemüse findet man hier alles unter einem Dach. Der Beste Ort um Mitbringsel für zuhause zu kaufen – wenn noch Platz im Koffer ist. Zum Abschluss trinken wir noch einen frisch gepressten Saft und gönnen uns Churros mit Karamel – lecker!

Nun heißt es Kofferpacken, mit aller Kraft zuquetschen und hoffen, dass wir noch in der Gewichtsgrenze sind. Cusquena Bier und Inca Cola mussten auf jeden Fall mit ins Gepäck. Zwei Wochen Rundreise mit zahlreichen Höhepunkten und eindrucksvollen Erlebnissen liegen hinter mir. Obwohl die Reise straff geplant und körperlich mit der Höhe anstrengend war, bin ich sehr erholt und mit viel Energie zurückgekommen. Erst zuhause beim Bilder durchsehen, wurde mir bewusst, wie viele Erlebnisse und Eindrücke ich in den 16 Tagen der Reise sammeln durfte. Ich werde noch einige Zeit von diesen Momenten zerren!

 

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